In manchen Wohnungen herrscht einfach nur noch Chaos. Schmutzig, unhygienisch und verkommen vegetieren die Menschen in katastrophalen Zuständen. Sie machen sich das Leben selbst schwer, können aber eigentlich nichts dafür. Sie sind krank, leiden am so genannten Messie Syndrom. Sie können nicht anders, als alles zu sammeln und zu horten, was ihnen in die Finger kommt. Oft leben diese Menschen nach außen hin in ganz normalen Verhältnissen. Sie haben sogar Familie, neben einem ganz normalen Job – und keiner merkt, was sich in den vier Wänden der Wohnungen abspielt. Ausreden verhindern, dass Besuch kommt. So bleibt die Tatsache, dass dringend professionelle Hilfe nötig wäre, unerkannt und das Drama nimmt seinen Lauf.
Manche alte Menschen haben aus den Ängsten, die sie in früher Kindheit durch die Armut im und nach dem Krieg erleiden mussten, das Messie Syndrom entwickelt. Damals war es einfach normal, nichts wegzuwerfen und alles aufzuheben; man könnte es ja noch einmal gebrauchen. Aber auch Erlebnisse in einem jungen Leben, wie zum Beispiel eine sehr negativ verlaufene Beziehung und viele andere psychische Ursachen können der Auslöser sein, dass die Menschen nicht merken, wie ihre Wohnungen Stück für Stück zur Müllhalde werden. Zeitungen, Flaschen, leere Lebensmitteldosen, Kleidung und alles, was andere als Müll deklarieren würden, wird konstant aufbewahrt, bis kaum noch Platz ist, durch die Wohnung zu gehen.
Allerdings ist auch übertriebene Tierliebe manchmal ein Grund dafür, dass Wohnungen mehr oder weniger ein Saustall werden, obwohl die quiekenden rosa Tierchen gar nicht die Mitbewohner sind. Katzen oder Hunde zu Hauf, die ihre Besitzer dann überfordern, lassen eine Wohnung schnell zu einem unbewohnbaren Ort machen – sehr zu Leidwesen mancher Vermieter, die nach der Zwangsräumung oder nach dem Tod des Mieters dann die Schäden zu beseitigen haben.
